Amazon plant offenbar, eine beliebte Zahlungsoption abzuschaffen: die Monatsabrechnung. Erste Berichte dazu stammen vom Technikportal „Caschys Blog“, das sich auf eigene Informationen beruft. Mehrere Medien haben seither nachgezogen – eine offizielle Bestätigung von Amazon selbst steht aber weiterhin aus. Auf den Amazon-Hilfeseiten wird die Zahlungsart aktuell noch ganz normal als verfügbar geführt.
Wie die Monatsabrechnung bisher funktioniert
Wer die Monatsabrechnung nutzt, bekommt alle Bestellungen eines Kalendermonats auf einer Sammelrechnung zusammengefasst. Diese wird zu Beginn des Folgemonats erstellt, die Zahlungsfrist beträgt 14 Tage, beglichen wird per Überweisung oder SEPA-Lastschrift. Wichtig zu wissen: Diese Zahlungsart steht nicht generell allen Amazon-Kundinnen und -Kunden offen, sondern nur berechtigten Personen mit Rechnungsadresse in Deutschland, Österreich oder Finnland.
Was sich ändern soll
Berichten zufolge will Amazon die Sammelrechnung schrittweise durch einen klassischen Rechnungskauf pro Einzelbestellung ersetzen. Wer mehrfach im Monat bestellt, müsste dann mehrere Rechnungen und Fristen im Blick behalten, statt einer gesammelten Zahlung im Folgemonat. Ob der jeweilige Betrag sofort fällig wird oder ebenfalls eine 14-tägige Frist gilt, wird in den Berichten unterschiedlich dargestellt – ein Teil der Quellen geht von sofortiger Fälligkeit aus, andere lassen das offen. Auch der genaue Zeitpunkt der Umstellung ist noch nicht bekannt, im Gespräch ist ein schrittweiser Ausstieg bis Ende 2026.
Denkbar ist zudem eine Übergangsphase, in der zwischen altem und neuem Modell zeitweise gar kein Rechnungskauf verfügbar ist. Betroffene müssten dann vorübergehend auf Lastschrift, Kredit- oder Debitkarte oder vorhandenes Gutscheinguthaben ausweichen.
Der rechtliche Hintergrund
Als möglicher Auslöser gilt die neue EU-Verbraucherkreditrichtlinie (CCD II), die in Deutschland ab dem 20. November 2026 gilt. Sie stellt „Buy now, pay later“-Modelle und Zahlungsaufschübe stärker unter Kreditrecht – mit Pflichten zu Information und Bonitätsprüfung. Eine Ausnahme bleibt für klassischen, vom Händler selbst gewährten Rechnungskauf bestehen, allerdings nur bei kurzer, unentgeltlicher Zahlungsfrist: Bei großen Online-Anbietern gilt hier in der Regel eine Obergrenze von 14 Tagen. Eine monatliche Sammelrechnung, bei der sich die Zahlungsfrist faktisch bis weit in den Folgemonat verschieben kann, dürfte unter diese privilegierte Ausnahme kaum mehr fallen. Das liefert eine plausible Erklärung dafür, warum gerade jetzt auf Einzelrechnungen mit kurzer, klar begrenzter Frist umgestellt werden könnte – belegt ist der direkte Zusammenhang mit Amazons Plänen bislang aber nicht.
Was Betroffene jetzt tun sollten
Akuten Handlungsbedarf gibt es derzeit nicht. Bereits gestellte Monatsrechnungen bleiben wie gewohnt fristgerecht zu bezahlen. Wer die Monatsabrechnung regelmäßig nutzt, sollte die offiziellen Mitteilungen von Amazon im Blick behalten und sich vorsorglich mit Alternativen wie Lastschrift oder Kreditkarte vertraut machen.
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