Wenn du gerade als junger Mensch versuchst, voranzukommen – im Job, im Business, im Leben generell –, dann kennst du das Gefühl: Du scrollst durch Social Media und siehst lauter „erfolgreiche“ Leute. Und plötzlich denkst du: „So will ich auch werden.“ Aber genau hier fängt der Denkfehler oft an.
Vorbilder sind super wichtig. Sie zeigen dir, was möglich ist und geben dir Richtung. Aber das Entscheidende ist: das richtige Vorbild zur richtigen Zeit und in deiner persönlichen Situation. Blindes Nachahmen bringt dich meistens nicht weiter – im Gegenteil.
Das Andrew-Tate-Beispiel – und warum es schiefgeht
Viele junge Männer schauen zu Andrew Tate (ein ehemaliger professioneller Kickboxer und Unternehmer) auf. Er postet teure Autos, Zigarren und sagt Sachen wie „Koche nicht selbst, lass liefern“. Viele imitieren das sofort – und wundern sich, warum ihr Konto danach leerer ist.
Der entscheidende Punkt, den viele übersehen: Tate sagt das nicht aus Bequemlichkeit. Er meint: Wenn du bereits einen hohen Stundenlohn hast (also richtig gut verdienst), dann ist es schlau, Routineaufgaben wie Kochen oder Einkaufen auszulagern. Die gewonnene Zeit investierst du in Dinge, die dir noch mehr Geld oder Fortschritt bringen.
Aber wenn du noch am Anfang stehst und vielleicht Mindestlohn oder Azubi-Gehalt hast? Dann kostet dich das Lieferessen einfach nur Geld, ohne dass du die Zeit sinnvoll in etwas Lukratives umwandeln kannst. Du sparst keine wertvolle Zeit – du verlierst Geld.
Das Gleiche gilt für Privatjets, Luxusuhren oder teure Autos. Erfolgreiche Menschen nutzen sie oft, weil Zeit für sie extrem wertvoll geworden ist. Ein Privatjet spart Stunden auf Flughäfen – Stunden, die sie in ihr Business stecken. Für jemanden, der noch kein stabiles Einkommen hat, ist das aber kein Zeichen von Erfolg, sondern eine teure Falle.
Das Sein-Tun-Haben-Prinzip – einfach erklärt
In der Psychologie und Persönlichkeitsentwicklung (*) gibt es ein klares Prinzip:
Sein → Tun → Haben.
- Sei zuerst die Person, die du werden willst (Disziplin, Mindset, Fähigkeiten).
- Tu dann die Dinge, die diese Person tun würde.
- Hab schließlich die Ergebnisse (Geld, Freiheit, Status).
Viele drehen das um: Sie kaufen sich erst das „Haben“ (teure Klamotten, Auto, Uhren), hoffen, dass sie sich dann wie ein Erfolgreicher fühlen und automatisch die richtigen Dinge tun. Funktioniert fast nie. Der äußere Kram ohne innere und praktische Arbeit bleibt nur Show.
Erfolg entsteht nicht durchs Mitmachen
Ich habe noch niemanden getroffen, der mit einem normalen 9-to-5-Job und durchschnittlicher Motivation (*) finanziell frei geworden ist. Erfolg kommt meist durch gezielte Mehrarbeit in den entscheidenden Phasen. Das heißt nicht, sich 24/7 kaputt zu machen, sondern die richtigen Dinge zur richtigen Zeit extra hart anzugehen – während andere Netflix oder TikTok schauen.
Wer nur das tut, was alle tun, bekommt auch nur das, was alle bekommen.
Wie findest du als junger Mensch die richtigen Vorbilder?
Das ist eine der besten Fragen, die du dir stellen kannst. Hier mein praktischer Rat:
- Schau nicht nur auf das Endergebnis, sondern auf den Weg. Suche Menschen, die vor 3–7 Jahren da standen, wo du jetzt bist. Ihre Strategien passen oft besser zu deiner aktuellen Lage.
- Diversifiziere. Ein einzelnes Vorbild ist gefährlich. Nimm dir von mehreren Leuten das Beste (z. B. die Disziplin von einem, die Business-Skills von einem anderen, die Lebensbalance von einem dritten).
- Frag nach dem „Warum“ und „Wie“. Lies Interviews, Bücher oder ältere Posts statt nur die aktuellen Highlights. Wie haben sie die ersten 10.000 € verdient? Was war ihr größter Fehler?
- Suche reale Menschen in deiner Nähe. Mentoren, Chefs, erfolgreiche Bekannte oder sogar Online-Communities mit echten Fortschrittsberichten sind oft wertvoller als millionenschwere Influencer.
- Teste klein. Übernimm eine Gewohnheit oder Strategie für 30 Tage und schau, ob sie zu deiner Situation passt. Passt sie nicht? Weg damit.
Es gibt kein universales Rezept – und das ist gut so
Ein Unternehmer mit Millionenumsatz kann viel delegieren. Du am Anfang solltest erstmal selbst machen, lernen und Kapital aufbauen. Später wechselst du die Strategie.
Deshalb gebe dir hier kein starres Regelwerk, sondern ein Buffet an Möglichkeiten. Deine Aufgabe ist es, die richtigen Werkzeuge zur richtigen Zeit zu wählen. Das erfordert Ehrlichkeit mit dir selbst: Wo stehe ich gerade wirklich? Was brauche ich jetzt am meisten?
Der Moment, in dem du deine Strategie anpasst, ist mindestens so wichtig wie die Strategie selbst.
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